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Die Akteure des Neuen Frankfurt

„Die Akteure des Neuen Frankfurt“

Zwischen 1925 und 1932 war Frankfurt am Main nicht nur der Ort eines beispielhaften Wohnungs- und Städtebauprogramms von internationaler Ausstrahlung, sondern auch eine kulturelle Hochburg der Weimarer Republik. Während der Ära des liberalen Oberbürgermeisters Ludwig Landmann erhielt die Stadt einen beispiellosen Schub in die Moderne, von dem ebenfalls die bildenden und darstellenden Künste profitierten. Unter dem Begriff „Das Neue Frankfurt“, der sich mit dem Namen des Stadtbaurats Ernst May (1886-1970) verbindet, ging diese Periode in die Architektur- und Kulturgeschichte ein. Auf zahlreichen Gebieten wurde damals Pionierarbeit geleistet, die beachtete Vorbilder avantgardistischer Architektur hervorbrachte.

Die damals erreichten Erfolge sind als das Werk eines Netzwerks von Personen anzusehen, denen das Ziel der Schaffung einer musterhaften Großstadt der Moderne gemeinsam gewesen ist. Diese „Akteure“ umfassten nicht nur die unmittelbare „Mannschaft“ Mays in der Frankfurter Bauverwaltung und die bei den Siedlungen und anderen Bauprojekten kooperierenden Architekten, sondern ebenso mit dem Neuen Frankfurt verbundene Vertreter der angewandten und bildenden Künste, Garten- und Landschaftsplaner, Industriedesigner und Gebrauchsgrafiker, Fotografen, Hygieniker, Ökonomen, Journalisten, Publizisten und Politiker.

Während einer Reihe von Akteuren in den letzten Jahren monografische Publikationen gewidmet wurden (z. B. Martin Elsaesser und Ernst May), sind etliche andere bis heute wenig erforscht. Auch fehlt es an einer Darstellung, die in der Lage wäre, das Wirken dieser Gruppe im Gesamtzusammenhang und in ihren Vernetzungen zu erfassen und zu bewerten. Dieser Aufgabe stellen sich die Herausgeber und Autoren des Buchprojekts. Mit dem geplanten Werk soll eine Gesamtübersicht aller Architekten und sonstigen Teilnehmer des Neuen Frankfurt geliefert werden, die sowohl einen aufklärenden Beitrag zu den Beziehungsnetzen der internationalen Architekturmoderne darstellt – weil die Akteure mit vielen anderen Handlungsorten verknüpft waren – als auch ein Grundlagenwerk zum wohl bedeutendsten Kapitel der Frankfurter Baugeschichte.

Das Buch wird aus zwei Teilen bestehen. Einige einleitende Essays beschäftigen sich mit dem politischen und wirtschaftlichen Umfeld, mit dem Echo in den zeitgenössischen Medien, mit den kulturellen Netzwerken, in die das Neue Frankfurt eingebettet war und mit der Frage einer Standortbestimmung des Frankfurter Aufbruchs in der Architekturgeschichte der Moderne. Diesem ersten Abschnitt folgt der Hauptteil des Buches, der in der Form als personengeschichtliches Lexikon des Neuen Frankfurt konzipiert ist und circa 120-130 Akteure in alphabetischer Reihenfolge vorstellen wird.

Als Verfasser konnten über 25 Autoren gewonnen werden, welche die „Akteure“ auf der Höhe des aktuellen Forschungsstandes behandeln. Mit Kunsthistorikern, Architekturhistorikern, Historikern, Journalisten und Archivaren bewegt sich das Autorenteam auf einem breiten Spektrum der Kulturwissenschaften und ist somit darauf vorbereitet, das Netzwerk des Neuen Frankfurt in seinen verschiedenen Disziplinen und Clustern zu entziffern und darzustellen.

Das Projekt entstand aus einer gemeinsamen Initiative von Ulrike May, Christina Gräwe, Claudia Quiring, Jörg Schilling und Wolfgang Voigt, die sich die Herausgeberschaft teilen werden. Das Buch soll als Kooperationsprojekt zwischen dem Deutschen Architekturmuseum, dem Institut für Stadtgeschichte und dem Historischen Museum entstehen und bis Frühjahr 2015 mit der Präsentation des Buches abgeschlossen werden.

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