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M.E. 1928

 

 

 

 

 

 

1914
M.E. 1914

Biographie

Martin Elsaesser kam 1884 in Tübingen als zweitjüngstes der zehn Kinder des Theologen Karl August Elsaesser und seiner Frau Marie Sofie Werner zur Welt. Von 1901 bis 1906 studierte Elsaesser Architektur an der TH München bei Friedrich von Thiersch und an der TH Stuttgart bei Theodor Fischer. 1905 gewann er den Wettbewerb für die evangelische Pfarrkirche Baden-Baden und begann seine freiberufliche Tätigkeit. Von 1906 bis 1908 war er Assistent von Theodor Fischer in München und von 1911 bis 1913 bei Professor Paul Bonatz an der TH Stuttgart. 1912 bis 1920 war er außerordentlicher Professor für Entwerfen, mittelalterliche Baukunst und Bauformenlehre an der TH Stuttgart.

Von 1920 bis 1925 war er Leitender Direktor der Kunstgewerbeschule in Köln, den späteren Kölner Werkschulen. 1925 wurde er vom Frankfurter Bürgermeister Ludwig Landmann neben dem Stadtbaurat Ernst May nach Frankfurt am Main berufen.

Dort blieb er bis 1932 als Stadtbaudirektor, Leiter des Hochbauamtes und gleichzeitig freier Architekt und Professor für Baugeschichte. Von 1933 bis 1937 arbeitete er als freier Architekt in München, von 1937 bis 1945 wohnte er in Berlin. Im nationalsozialistischen Deutschland erhielt er keine Aufträge, konnte aber von seinem Münchner Büro aus diverse Projekte in der Türkei verwirklichen, u.a. den Bau der Sümer Bank in Ankara. Während der Kriegsjahre lebte er zurückgezogen in Berlin und widmete sich vor allem der Musik, dem Entwerfen zukünftiger Bauten im Stil seines Frühwerks und dem Verfassen von über 300 Gelegenheitsgedichten.

1946 kehrte er von Berlin nach Stuttgart zurück, in der Hoffnung dort wieder Anschluss zu finden und sich den dringenden Aufgaben des Wiederaufbaus zuwenden zu können. Eine Reihe programmatischer Schriften zum Thema Städtebau belegen seine pragmatische Haltung im Streit um die Neugestaltung der zerstörten Bauten und Städte. Da die Aufträge in Stuttgart und auch andernorts ausblieben, nahm Elsaesser ab 1948 die kommissarische Vertretung einer ordentlichen Professor für Entwerfen an der TH München wahr, die er bis zu seiner Pensionierung 1955 innehatte.

Zu seinem 70. Geburtstag wurde ihm von Theodor Heuss das Bundesverdienstkreuz verliehen. Kurze Zeit nach seiner Emeritierung erlitt er einen ersten Gehirnschlag. Komplikationen infolge einer Lungenentzündung nach einem zweiten Schlaganfall führten am 5.8.1957 zum Tod.

Martin Elsaesser ist auf dem Waldfriedhof Stuttgart begraben.